Knapp 350 junge Sängerinnen und Sänger sowie ihre Betreuer verbrachten das Wochenende vom 23.-25. Mai 2025 im Schullandheim auf der Wegscheide, Bad Orb. Dazu kamen am Samstag noch etwa 70 Bezirkschorsänger, um sich gemeinsam auf ihren gemeinsamen Einsatz beim Pfingstgottesdienst vorzubereiten.
Bad Orb. Seit vielen Monaten laufen bereits die Vorbereitungen auf das Pfingstfest 2025, bei dem Stammapostel Schneider, das Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche, einen Gottesdienst in Wiesbaden halten wird. Zu diesem Gottesdienst wird der Youth Celebration Choir zusammen mit Sängern aus dem Bezirkschor Wiesbaden singen. Ein großes Ereignis für alle Beteiligten.
Anreise und Flower Power
Am Freitag reisten die Jugendlichen und ihre Betreuer nach und nach an und bezogen die Häuser auf dem Gelände. Die Techniker im Projekthaus 2 führten noch letzte Arbeiten durch und viele Helfer halfen beim Aufstellen der 350 Stühle für die abendliche Chorprobe. Nach dem Abendessen begrüßten Apostel Gerd Kisselbach und Bischof Pascal Strobel alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Bischof führte ein paar Gedanken zum kommenden Pfingstfest aus und stimmte damit den Chor auf das Wochenende ein, bevor Steffen Hause und Louiza da Silva mit der Chorarbeit begannen. Die ersten Töne sind immer etwas Besonderes, muss man sich doch erst an den Klang des großen Chores gewöhnen. Trotzdem fanden die Sänger schnell zusammen und lernten die Stücke kennen. Im Anschluss der Probe freute sich der Dirigent, dass alle so konzentriert mitgearbeitet haben.
Traditionell findet am Freitagabend nach der Probe eine Mottoparty statt. Dieses Jahr unter dem Motto „Flower Power“. Viele hatten sich dafür in Schale geworfen und kamen in Schlaghosen, bunten Hemden und geschmückt mit 60er Jahre Accessoires. Auch das Projekthaus war mit vielen Blumen und bunten Tüchern dekoriert. Bis spät in die Nacht wurde getanzt und gelacht und es entstanden viele bunte Fotos.
Probentag mit Bezirkschor am Samstag
Am Samstag führten Jugendliche aus dem Bezirk Saar-Pfalz eine Morgenandacht durch. Viele Jugendliche waren dafür extra früh aufgestanden. Nach dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ wurde ein Poetry Slam vorgetragen. Thema war: Zeig deine Stimme. Nach dem Frühstück kamen dann die Bezirkschorsänger hinzu und es folgte die gemeinsame Probe. Nun waren es 380 Sängerinnen und Sänger, die im Projekthaus die Decke zum Schweben brachten. Voller Begeisterung, aber auch mit der nötigen Konzentration, wurden die Stücke für das Pfingstfest geprobt. Die etwa 40 mitgereisten Betreuer stemmten die logistische Herausforderung, nun 80 Personen mehr auf dem Gelände mit Essen und Kaffee zu versorgen. In der Mittagspause konnten außerdem bei trockenem Wetter und sogar etwas Sonne viele Gespräche geführt werden.
Bunter Abend und Gottesdienstvorbereitung
Am Samstagabend reisten die Sänger des Bezirkschores wieder ab. Für die Jugendlichen ging es noch weiter mit einer kleinen Probe für den Gottesdienst. Außerdem trafen sich alle anwesenden Geistlichen zu einer gemeinsamen Gottesdienstvorbereitung. Nach dem Abendessen stand ein bunter Abend auf dem Programm. Interessierte konnten das DFB Pokalfinale schauen, es gab ein Mario-Kart Turnier mit Siegerehrung, Karaoke, Spiel und Spaß. Das gegenseitige Kennenlernen und Gemeinschaft pflegen ist ein zentraler Punkt an diesem Probenwochenende.
Passivität überwinden und Gutes tun - der Gottesdienst am Sonntag
Bischof Strobel hielt am Sonntag den Gottesdienst für die anwesenden. Er diente auf Grundlage des Bibelworts aus Matthäus 25, 40:
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan
Die Botschaft des Gottesdienstes war, dass wir die Passivität, also die Zuschauerrolle, überwinden sollen. Bischof Strubel stellte drei Dinge heraus, die uns daran hindern können, Gutes zu tun: Ein Tunnelblick, durch den man nur auf die eigenen Sorgen schaut und alles andere herum vergisst. Die Unentschlossenheit, die dazu führt, dass wir uns nicht entscheiden können und dadurch untätig werden. Und die Selbstverliebtheit, die daran hindert, den Nächsten zu sehen. Er rief dazu auf, immer das Licht am Ende des Tunnels, das Evangelium Jesu, zu sehen. Er ermutigte, Entscheidungen zu treffen, am besten so, dass wir uns für Gott entscheiden. Und er führte aus, dass wir auch immer den Blick auf den Nächsten, die Menschen um uns herum richten sollen.
Priester Felix Knop (Kassel-Korbach) sagte, man könne nur herausfinden, was für ein Talent Gott einem gegeben hat, um Gutes zu tun, indem man es einfach mal ausprobiert. Priesterin Sara Knapp (Rheinpfalz) erwähnte die große Liebe Jesu, die eine gute Orientierung ist und Licht gibt. Priester Ruben Bimberg (Gießen) dankte den Anwesenden dafür, dass sie da sind, sich hier einbringen und schon viel gutes tun, ohne, dass sie es vielleicht merken. Diakonin Patricia Gehring (Frankfurt) führte aus, dass Gott nicht nur dein zukünftiges, vollkommenes „Ich“ liebt, sondern dich auch genauso, wie du jetzt bist, in deiner jetztigen Version.
In der Vorbereitung auf das Hl. Abendmahl rief der Bischof den Jugendlichen zu, dass sie Jesus verteidigen sollen, so wie der Schächer am Kreuz, indem sie Bruder und Schwester verteidigen. Der Gottesdienst wurde mit Chorstücken aus dem Pfingstprogramm sowie weiteren Stücken umrahmt, die von jugendlichen Dirigenten und Dirigentinnen dirigiert wurden. Nach dem Gottesdienst wurde dem Ersthelferteam, dem Technikteam und den Organisatoren gedankt.
Große Abschlussprobe am Sonntagnachmittag in Wiesbaden
Am Sonntagnachmittag fand in der Kirche in der Schiersteiner Straße die große gemeinsame Probe für den Pfingstgottesdienst statt. Apostel Gert Opdenplatz, ein Teil der Techniker und Fabian Reichart, der Leiter der Musikabteilung der NAK Verwaltung aus Dortmund, waren mit vor Ort. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten begann die Generalprobe mit einer Begrüßung durch unseren Apostel und einem Gebet. Danach wurde an der Stelle, an der auch der Pfingstgottesdienst stattfinden wird, geprobt. „Der Sound war beeindruckend“, so die Zuschauer, Eltern und Betreuer, die auf der Empore die Probe verfolgten. Die Techniker haben bei dem Schlusslied bis zu 120 dB gemessen – übersetzt: die Decke bebte. Der Begeisterung des Chores war kaum Einhalt zu gebieten. Die Sängerinnen und Sänger gaben alles, setzten die letzten Anmerkungen der beiden Dirigenten um und blieben trotz technischer Absprachen zwischendurch konzentriert.
Die Teilnehmer hatten zum Teil sehr lange Wege mit mehreren Stunden Anfahrt auf sich genommen, Termine verschoben oder abgesagt und Prüfungen verlegt, um bei diesem Wochenende dabei zu sein. Das hat sich schon jetzt gelohnt! Zum Abschluss der Probe war klar: Pfingsten kann kommen. Alle sind bereit und die Vorfreude ist riesig!
26. Mai 2025
Text:
Natascha Wagner
Fotos:
Simon Kisselbach
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